Herbsttrend Paperbag – eine Liebeserklärung

Eine Sanduhrfigur mit schmaler Mitte wünschen sich viele Frauen. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Mit Röcken und Hosen im Paperbag-Look lässt sich das auf bequeme Weise bewerkstelligen. Ein Figurwunder für starke Frauen.

Frau mit Paperbag-Hose
Foto: Just Dance/ Shutterstock

 

Mal im Ernst: wie viele Frauen kennt ihr, die von Natur aus mit einer perfekten Wespentaille gesegnet sind? Die aussehen wie Sanduhren, ohne sich dafür ihr Dessert verkneifen oder permanent Sport treiben zu müssen? In unserem Bekanntenkreis finden sich nur sehr wenige, dieser beneidenswerten Kreaturen. Wir, der normalgewachsene Rest, der mit kleinen Speckpölsterchen am Bauch, mit sehniger Knabenhaftigkeit, mit Apfelfigur gesegnet sind, haben es da schwer. Da könnt ihr natürlich, absolut zu Recht, die Frage ins Feld führen, ob es denn die Sanduhrfigur überhaupt braucht. Nein, natürlich nicht. Und dennoch entspricht sie gängigen Schönheitsidealen, unserem kultivierten und anerzogenen Sinn für Ästhetik. Schon vor hunderten von Jahren nahmen Frauen Schmerzen in Kauf, ließen sich in enge Korsetts zwängen, um die gewünschte schmale Taille zu erhalten. Schmerzen erleiden, um einem modischen Ideal zu entsprechen? Für die emanzipierte Frau von heute ist das inakzeptabel. Sie ist es gewohnt, bequeme und praktische Kleidung zu tragen, mit der sie jede Lebenslage meistert – und dabei auch noch chic aussieht.

Sowohl Hosen als auch Röcke im Paperbag-Stil stehen geradezu sinnbildlich für diese Ansprüche. Sie sind bequem zu tragen, ohne einzuengen. Die Kleidungsstücke bieten Spielraum, können also, je nachdem wie eng sie um die Taille gebunden werden, auch noch das ein oder andere überschüssige Pfund verbergen. Haben wir stark abgenommen, tragen das die Paperbaghose oder der Paperbagrock ebenfalls mit.

 Der Name Paperbag rührt vom Bund der Hose her. Der ragt nämlich etwas über den Bindegürtel hinaus und faltet sich, je enger man den Gürtel schnürt, sodass er aussieht wie eine zusammengefaltete Papiertüte.

Und eben dieser Bund legt das Augenmerk auf unsere Körpermitte, er betont die Taille. Gekrönt wird der Bund durch große Schleifen, zu denen man den Stoffgürtel drapieren kann. Sie sorgen für einen Hingucker, der leicht zu bewerkstelligen ist und trotzdem extravagant wirkt.

Wie der weitere Verlauf des Kleidungsstücks aussieht, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir mögen besonders gerne Knielange Paperbagröcke im Bleistiftstil (jedoch nur angedeutet, um den Beinen nicht die Freiheit zu rauben), auch wadenlange bauschige Paperbagröcke, am liebsten mit Knopfleiste, ziehen wir gerne an. Doch auch Hosen im Paperbagstil sind wahre Figurwunder. Durch die enge Raffung um die Taille können die Beine ruhig etwas weiter geschnitten sein. Ob nun an den Knöcheln enganliegend, weit geschnitten im Marlene-Stil oder auch als kürzere Culotten – wir lieben Paperbag. Für uns ist dieser Stil der Inbegriff von femininer Mode für moderne Frauen. Von Frauen, die sich weiblich und modisch kleiden wollen, dabei aber auch viel Wert auf Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit legen. Und damit passen Hosen und Röcke im Paperbag-Look auch perfekt in den Herbst, denn sie lassen sich wunderbar mit anderen Kleidungsstücken kombinieren.

 

 

Von Charlotte, 20.08.2019